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Anlass

Jüdische Musik? Selbstbilder und Fremdbilder
Symposium und Biennale in Bern in 2001 ( Höhepunkt: 12. bis 21. Oktober 2001)
und andere Anlässe

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Ein dreiviertel Jahr konnte sich Bern vorbereiten: mit öffentlichen  Vorträgen und studentischen Workshops in der Hochschule für Musik und Theater. Am Ende standen ein viertägiges musikwissenschaftliches Symposium und eine 10-tägige Biennale.  

Die Freie Akademie Bern – eine selbstständige Einrichtung der Hochschule für Musik und Theater der Schweizer Bundeshauptstadt – hatte sich von Anfang an vorgenommen, gängige Klischees infrage zu stellen. Hinter dem Titel dieses  Festivals "Jüdische Musik" stand folgerichtig ein Fragezeichen, und dahinter zwei wichtige Stichworte: Fremdbilder – Eigenbilder. Was ist jüdische Musik über die liturgische Musik der Synagoge hinaus? Aufgeworfen wurde diese Frage erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts durch Richard Wagner. In seinem Pamphlet „Vom Judentum in der Musik“ hatte er den Juden jede Fähigkeit zu einer schöpferischen Komposition abgesprochen. 

Ein halbes Jahrhundert später hofften in Russland jüdische Komponisten über eine nationaljüdische Musik Anerkennung zu gewinnen und Gleichberechtigung zu erlangen. In St. Petersburg und Moskau begründeten sie, angeregt durch andere nationale Schulen der Musik, die "Neue Jüdische Schule". Diese Musikszene wird an der Universität Potsdam seit dem Sommersemester 2002 erstmals wissenschaftlich untersucht. 

Die zionistisch inspirierten Ideen dieser Musiker faszinierten allerdings stets nur einen Teil der komponierenden und musizierenden Juden. Überdies waren viele von ihnen Unterhaltungskünstler. In Deutschland waren das zum Beispiel die Hamburger Gebrüder Wolf. Der Sammler von Schellackplatten, Norbert Noritz, hat aus dem Kleinkunstmilieu der 20er und 30er Jahre einige Scheiben entdeckt und auf einem kleinen Label wieder hörbar gemacht. 

  Manuskripte

Beispiele 

Medien   

Wissenschaft 

Praxis 

Szenen  

Religion  

außerdem 

Viele der Künstler waren Juden, darunter Richard Tauber, Willy Rosen oder Max Hansen. Sie betrachteten ihre Musik nicht als jüdisch, sondern einfach als ernste oder unterhaltende Musik, als kunstvolle, spöttische, kritische Lieder und Couplets, vielleicht auch als Kabarett. Doch während des Nationalsozialismus wurden Ihnen das Etikett "jüdisch" angeheftet, und damit waren sie von jeder öffentlichen Darbietung außerhalb des Jüdischen Kulturbundes ausgeschlossen. Auch solche Künstler, die wie die Gebrüder Wolf zum Lokalkolorit einer Stadt wie Hamburg gehörten.

Beim 17. internationalen Kongress der "International Musicological Society" in der Katholischen Universität Löwen in Belgien spielte jüdische Musik zwar nur eine untergeordnete Rolle, vermittelte zum Teil aber erstaunliche Erkenntnisse. Zum Beispiel über das jüdische Musikleben in Schanghai während der Zeit des Nationalsozialismus: auch die Gebrüder Wolf waren dorthin geflüchtet und traten in den chinesischen Metropole mit ihren Songs auf. 

Allein in den USA und Kanada konnte sich Jüdisches in allen Genres der Musik weiter entwickeln - nicht nur solche für den Gebrauch in der Synagoge. Ein Grund dafür ist, dass viele europäische Komponisten  vor den Nazis nach Nordamerika geflohen waren und dort etwas taten, was sie in der alten Welt nicht gemacht hatten: Sie komponierten auch jüdisch.  Jüdisch ist dabei weniger die Musik an sich, sondern es sind die Stoffe, die sie n ihren Werken verarbeiteten. Das "Milken-Archive for American Jewish Music" dokumentiert dieses Spektrum mit einer umfangreichen CD-Edition bei NAXOS in der Reihe "American Classics".

Auch Arnold Schönberg emigrierte in die USA und blieb dort bis an sein Lebensende. Sein Nachlass aber kehrte 1998 in seine Heimatstadt Wien zurück - an den Ort, an dem er gemeinsam mit Alban Berg und Anton von Webern die Wiener Schule der Neuen Musik begründete. 


Beiträge für

DLF, HR 2,
NDR 4, Ö 1, 
SR 2, WDR 3


Einige Bücher

Einige CDs 

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Jens-Malte Fischer: Richard Wagners "Das Judentum in der Musik"

Jens-Malte Fischer: 
Richard Wagners 'Das Judentum in der Musik'

ISBN 3-4583-4317-2
Insel-Verlag Ffm 2000
380 Seiten, einige Illustrationen

Ohne sein musikalisches Genie infrage zu stellen - es ist nicht zu bestreiten, dass Richard Wagner mit seinem primitiven Pamphlet "Das Judentum in der Musik" den Auftakt geschrieben hat für die Entfaltung antisemitischer Ressentiments gegenüber jüdischen Komponisten und Musikern. Jens Malte Fischer dokumentiert den Text in seinen beiden Versionen (1850 noch unter Pseudonym K.Freigedank in der Neuen Zeitschrift für Musik, 1869 erweitert, als Broschüre) und ausführlich die  daraus folgenden Diskussionen. Das Buch skizziert die Stimmung der Zeit  und schildert Wagners individuellen Weg zum Antisemitismus.

 

Matthias Henke: 
Arnold Schönberg.

ISBN 3-423-31046-4
dtv porträt 2001
160 Seiten, zahlreiche farbige Bilder und markierte Zitate
Eberhard Freitag: 
Arnold Schönberg.

ISBN 3-499-50202-X
rororo bild- monographien, 11. Auflage 2000
189 Seiten, reich schwarz-weiß illustriert

Zwei üppig illustrierte Taschenbücher, die einen ersten Zugang zu Schönbergs Lebensweg (1874-1951) und seinem künstlerischen Schaffen ermöglichen. Das dtv-Proträt ist 2001 erschienen und wurde von Matthias Henke, einem Kasseler Musikprofessor  verfasst. Er schreibt etwas altmodisch anekdotisch, aber das Buch ist leicht zu lesen. Interessant sind vor allem die Teile, die, angesichts des immer bedrohlicher werdenden Antisemitismus in den 20er und 30er Jahren, Schönbergs Rückkehr ins Judentum beschreiben. Eberhard Freitags rororo-Bändchen ist nüchterner geraten aber keinesfalls langweilig. Der Autor hat Anfang der siebziger Jahre  über "Schönberg als Maler" promoviert. Die Erstauflage (1973) fällt in diese Zeit. 1997 wurde die ausführliche Bibliografie aktualisiert.

 

Heidy Zimmermann:
Tora und Shira - Untersuchungen
zur Musikauffassung des rabbinischen Judentums

ISBN 3-906758-42-7
Peter Lang Verlag Bern 2000
442 Seiten

Musik kommt ursprünglich im Hebräischen als abstrakter Begriff nicht vor - sie ist in das moderne Iwrit als Lehnwort eingeführt worden. Der Musikbegriff der Rabbinen hat sich deshalb am spontanen Lobgesang ( hebr. Schira) entwickelt. Der Prototyp dafür findet sich in der schriftlichen Tora (hebr. für Lehre, Unterweisung) an prominenter Stelle, nämlich im Meereslied : Exodus 15, 1-18. Die Baseler Musikwissenschaftlerin und Judaistin, Heidy Zimmermann, untersucht in ihrer Dissertation den Weg vom Identität stiftenden Gesang des Moses zu den Tropen und Regeln der Tora-Kantillation im Gottesdienst der Synagoge.    

 

Abraham Z. Idelsohn:
Jewish Music - Its Historical Development

(mit einer neuen Einführung von Arbie Orenstein)
ISBN 0-486-27147-1
Reprint der Ausgabe von 1929, Dover Publications New York 1992
560 Seiten, 35 Notenbeispiele

Das berühmteste Werk des Musikwissenschaftlers und Musikethnologen Abraham Zwi Idelsohn (1882-1938) ist sein zehnbändiger "Hebräisch-orientalischer Melodienschatz". Er hat diese Melodien auf ausgedehnten Reisen mit dem Phongrafen aufgezeichnet und transkribiert. Nicht zuletzt aus diesem Material aus er seine Schlussfolgerungen für die Entwicklung jüdischer Musik von den Anfängen bis in die Gegenwart gezogen. Den größten Raum in diesem Buch nimmt die kultische, später synagogale Musik ein, die Entstehung der Tropen für die Tora-Kantillation, die unterschiedliche Ausformung dieser Melodien in den europäischen und orientalischen Siedlungsgebiet der Juden der Diaspora, schließlich der Einzug der europäischen Moderne in den Synagogalgesang über die jüdische Reformbewegung. 100 Seiten sind dem Folksong der orientalischen und aschkenasischen Juden gewidmet, einige wenige Seiten der Bedeutung von Juden als Musiker und Komponisten für die Gesellschaften in denen sie leben (z.B. Giacomo Meyerbeer, Jacques Offenbach, Ernest Bloch, George Gershwin). Ein Standardwerk zur jüdischen Musik vom Begründer der jüdischen Musikforschung.

 

Eckhard John: Musikbolschewismus.Die Politisierung der Musik in Deutschland 1918-1938.

Eckhard John:
Musikbolschewismus

ISBN 3-476009-86-6
Metzler-Verlag Stuttgart
437 Seiten

Die Bezeichnung Musikbolschewismus verbreitete sich als Kampfbegriff nach der russischen Oktoberrevolution und dem Ende des ersten Weltkrieges. Sie ist Ausdruck der kontinuierlichen Verschärfung des politischen und kulturellen Klimas in der Weimarer Republik.  Selbst große Teile der europäischen Moderne wurden mit diesem Verdikt belegt, darunter Schönberg, Strawinsky, Bartok und Hindemith.  Der Musikethnologe Eckhard John untersucht, wie es dazu kommen konnte, dass das idealisierende Musikverständnis des 19. Jahrhunderts im 20. in ein unduldsam-aggressives umschlagen konnte.

 

Guido Fackler: "Des Lagers Stimme" - Musik im Kz. Alltag und Häftlingskultur in den Konzentrationslagern 1933 bis 1936

Guido Fackler:
'Des Lagers Stimme', Musik im KZ

ISBN 3-861087-59-6
Edition Temmen Bremen
628 Seiten, 31 Bilder

Musik war allgegenwärtig in den Konzentrationslagern. Häftlingskapellen  mussten zu vielen Anlässen aufspielen - bei Appellen, Märschen, Strafaktionen - und die Gefangenen mussten singen. Aber es gab auch ein breites Spektrum unverordneter Musik mit der der Alltag im Lager erträglicher gemacht oder verarbeitet wurde. Musik hatten viele Funktionen, auch die des geistigen Widerstandes. Der Würzburger Volkskundler Guido Fackler hat sich mit seiner materialreichen Arbeit das Ziel gesetzt, ein differenziertes Bild zu zeichnen von den Umständen und der Bedeutung der Musik in den Lagern. Neben gründlicher Literaturarbeit stützt sich der Autor auf die Aussagen und Erinnerungen von Zeitzeugen.

Das Buch ist im Handel nicht mehr erhältlich. Evtl. ist es antiquarisch zu bekommen.

 

Amazon-Seite: Hawa Naschira - Auf! Laßt uns singen!

Hawa Naschira
Auf! Laßt uns singen!

ISBN 3-930802-63-5
Dölling und Galitz Verlag
Hamburg 2001
Bd.1 - Lieder:
244 Seiten (Reprint von 1935, mit Noten und einigen Illustrationen)
Bd. 2 - Lexikon:
290 Seiten (mit einigen Abbildungen)

Hawa Naschira war ursprünglich nur ein Liederbuch. Band 1 ist ein Reprint aus dem Jahre 1935. "Es wendet sich an alle Juden hierzulande, die singen wollen", heißt im Vorwort der ersten Ausgabe. Deutsche Volkslieder, Wandervogelweisen und bündische Gesänge kommen ebenso vor wie jiddische, zionistische und religiöse Lieder zu Gebet, Schabbat und Festtagen. Ein kleiner Anhang zur Musikkunde versucht - ganz im Geist der Jugendmusikbewegung der Weimarer Zeit - einen gebildeten Gesang zu fördern. Der zweite Band will anhand der Lieder, der Liederdichter und -komponisten sowie wichtiger Begriffe dazu beitragen, die Geschichte der Juden in Deutschland und ihr Verhältnis zu dieser Heimat zu verstehen lernen oder wenigstens zu beschreiben. 

 

Dieter Guderian: Die Hamburger Familie Isaac - Lebensgeschcihte der Volkssänger Gebrüder Wolf

Dieter Guderian: 
Die Hamburger Familie Isaac - 
Lebensgeschichte der Volkssänger Gebrüder Wolf.

ISBN 3-8311-2680-1
BoD Norderstedt 2001
124 Seiten, 71 schwarz-weiß Bilder

Isaac Joseph Isaac hieß der Vater von Ludwig Wolf, dem Begründer der in Hamburg legendären  Gebrüder Wolf. Sie galten als Hamburger Originale - bis ihnen die Nationalsozialisten ihre jüdische Herkunft vorhielten und sie in Lager deportierten. Auch heute sind sie in Hamburg noch populär. Ein kleiner Verlag dort hat kürzlich eine Sammlung mit einigen ihrer Couplets von 1910-1932 veröffentlicht: Snuten un Poten.  Auch die Jüdische Allgemeine hat darüber berichtet: "Die Marx-Brothers von der Reeperbahn". Dieter Guderian hat aus der Perspektive eines entfernten nicht-jüdischen Verwandten, der auf Suche nach seiner eigenen Familiengeschichte ist, ein Porträt der Familie Isaac Joseph Isaac verfasst. Kein wissenschaftliches, aber ein interessantes und reich illustriertes Büchlein. Die Gebrüder Wolf nehmen ein gutes Drittel ein. 

Das Buch ist gegenwärtig im Handel nicht zu erhalten. Da es bei Books on Demand erschienen ist, kommt es bei entsprechenden Vorbestellungen vielleicht zum Nachdruck.

 

Bestellen bei Amazon.de: "An der Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband" - Gebrüder Wolf

Jens Huckenriede/ Angela Müller:
"An de Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband" - Gebrüder Wolf
(mit CD)
ISBN 3-9808320-0-7
Kunstwerk-Verlag Hamburg 2002
152 Seiten, zweisprachig deutsch und englisch, umfangreich illustriert
CD: 17:30

50 Jahre später - Hamburg erinnert sich der Gesangshumoristen mit einer Ausstellung, Installationen, CDs, einem musikalischen Dokumentarfilm und einem Theaterstück. Das Buch skizziert Karriere und Lebensweg dieser norddeutschen Originale. Dazu gehören auch Betreuung der deutschen Truppen im 1. Weltkrieg, das Berufsverbot für die jüdischen Künstler in den dreißiger Jahre, die Ermordung von Familienmitgliedern im KZ, Flucht vor den Nazis, Zwischenstation in Shanghai und der Neuanfang in Kalifornien. Dazwischen finden sich neben zahlreichen Fotos, Plakaten und Karikaturen Texten zu den bekannten Liedern und Sketchen dieser Formation. Die eingeheftete CD enthält sowohl Original Schellack-Aufnahmen als auch einen Auszug aus der Theaterproduktion der Hamburger Kammerspiele mit dem weit über Hamburg hinaus bekannten Lied der Wolf-Brüder "Een echt Hamburger Jung (An der Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband)".

Das Buch ist im Handel gegenwärtig nicht erhältlich. Ein Versuch, das Buch über den Verein Kunstwerk in Hamburg zu bestellen, ist aber vermutlich aussichtsreich. 

 

Jüdische Musik in Sowjetrußland - Die "Jüdische Nationale Schule" der zwanziger Jahre

Jascha Nemtsov u.a. (Hrsg.):
Jüdische Musik in Sowjetrußland - 
Die "Jüdische Nationale Schule" der zwanziger Jahre.

ISBN 3-928864-65-3
Verlag Ernst Kuhn - Berlin 2002
386 Seiten

Der Pianist Jascha Nemtsov und die Musikwissenschaftlerin Beate Schröder-Nauenburg haben die Komponistenbewegung der "Neuen Jüdischen Schule" während des ersten Drittels des 20. Jhdts. der Vergessenheit entrissen. Seit kurzem vertiefen sie ihre Erkenntnisse nun auch mit einem Forschungsauftrag an der Uni Potsdam. In diesem Reader sind u.a. erste Einschätzungen und Ergebnisse publiziert, gegliedert nach Entwicklungsphasen und Künstlerpersönlichkeiten. Aufsätze aus jüngerer Zeit haben Galina Kopytowa (St.Petersburg), der russisch-amerikanische Musikethnologe Izaly Zemtovsky und der Leiter des Dresdner Zentrums für verfemte Musik, Friedrich Geiger, beigesteuert. Zum Verständnis dieses Versuchs, ein eigene nationale musikalische Schule hervorzubringen, die sich mit dem sog. Mächtigen Häuflein der russischen nationalen Schule messen kann, sind aber auch die älteren Aufsätze wichtig: des Volksliedsammlers Sussman Kisselhof (1913), der Komponisten Leonid Sabanejew (1924, 1928, 1929), Antoli Drosdow (1927) und Julian Krein (1962). 

 

Das Buch ist im Versandhandel gegenwärtig allenfalls gebraucht zu erhalten. Der Berliner Verlag Ernst Kuhn hat es aber noch gelistet, es kann also dort bestellt werden. Erhältlich ist aber dieses Buch: die Doktorarbeit von Jascha Nemtsov an der Universität Potsdam:

Jascha Nemtsov:
Die Neue Jüdische Schule in der Musik

ISBN 3-447-05034-9
Harrassowitz-Verlag - Wiesbaden 2004
267 Seiten, 41 Abbildungen


Einige CDs

Einige Bücher 

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John Zorn, Dave Douglas, Greg Cohen, Joey Baron: Masada 1999 Live in Middelheim

1999 Masada: Live in Middleheim
Tzadik New York
Gesamtspielzeit: 78:31

Ein Beispiel für John Zorn's Projekt einer Radical Jewish Culture. Radikal bedeutet in diesem Fall: kultureller Zionismus ohne Ansprüche auf ein versprochenes Land. Er bedient sich nicht "einer" jüdischen Tradition, sondern an vielen Varianten von Musik, mit denen sich jüdische Kultur in der Geschichte auseinander zusetzen hatte. Mal klingt es nach Avantgarde, mal nach einem Hauch Klezmer, nach traditionellem Jazz, dann wieder orientalisch, stets aber experimentell. Diese Feste Masada liegt nicht am Rande des Toten Meeres, sondern dort wo Juden leben und ihre Identität im Experiment mit ihrer Umwelt definieren. "1999 Masada" ist ein Live-Mitschnitt vom  alljährlichen Jazzfestival im flandrischen Middleheim/Antwerpen.

 

Klangbeispiel (bei Amazon.com): 
Nevuah

Bestellen von "John Zorn, Dave Douglas, Greg Cohen, Joey Baron: Masada 1999 Live in Middelheim" bei   amazon.com

Jascha Nemtsov: Across Boundaries - Discovering Russia 1910-1940 Vol. 3

Across Boundaries:
Discovering Russia

EDA Edition Abseits/MDR
1:
Visionen
2:
Die Neue Jüdische Schule
3:
Wartesaal

On Wings of Jewish Song
(mit Helene Schneidermann)
Jewish Chamber Music
(mit Tabea Zimmermann)
Hebrew Melodies
(mit Ingolf Turban)
Chamber Music
hänssler Classic/SWR

Jascha Nemtsov, Pianist in Stuttgart und Absolvent des St.Petersburger Konservatoriums hat sich zur Aufgabe gemacht, eine Strömung der Musik wieder bekannt zu machen, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine kurze Blüte hatte: die Neue Jüdische Schule. Ihre Wurzeln hatte sie in St. Petersburg, ihr musikalisches Material suchte sie zunächst in den großen jüdischen Rayons im Westen Russlands, später in den Tropen der Tora-Kantillation. Nemtsov will den vergessenen Komponisten dieser Neuen Musik - z.B. Alexander Krein, Alexander Weprik, Joseph Achron, Lazare Saminsky und Arthur Lourié  - nicht nur ein Denkmal setzen, sondern posthum auch wieder ein Publikum verschaffen.

Die ausführlichen Begleithefte in Deutsch und Englisch (bei EDA auch in Französisch) enthalten ausführliche Informationen über die Komponisten und die Bewegung der Neuen Jüdischen Schule.

 

Populäre jüdische Künstler - 
Berlin, Hamburg, München.
 Musik & Entertainment 1903 - 1933

Trikont
CD 1: 69:42
CD 2: 69:37
Zwei 28-seitige ausführliche Begleithefte. 

Richard Tauber war bis zur Herrschaft der Nazis ein weltbekannter deutscher Opernsänger. Die Gebrüder Wolf galten als typische Hamburger Originale.  Beide waren nicht nur Deutsche sondern auch Juden. Diese Doppel-CD ist ein Schatz, weil sie mit insgesamt 47 Stücken fast ebenso viele Künstler vorstellt. Nur noch  der eine oder die andere ist gelegentlich noch in alten Filmen zu sehen. Zwei hervorragende Begleithefte informieren 1. über die Unterhaltungskultur des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts und erzählen 2. die Lebensgeschichten der Künstler. Beim gleichen Verlag ist übrigens eine ähnliche CD zu populären jüdischen Wiener Künstlern erschienen.

 

CD Return of the TÜDELBAND - inspired by Gebrüder Wolf

return of the TÜDELBAND - inspired by Gebrüder Wolf
Trikont 2003
CD 73:00
32-seitiges Begleitheft mit Songtexten in deutsch und englisch

Der Entdeckung von Dan Wolf in San Francisco, dem heute 28 jährigen Enkel von Donat Wolf, einem der Wolf-Brüder, ist diese CD zu verdanken. Dan Wolf, Schauspieler und HipHopper, erfährt erst 1998, dass sein künstlerisches Talent einer tragischen Familiengeschichte entspringt. Als Künstler sucht er den Dialog mit Künstlern aus der Hamburger Popularmusikszene um die Gebrüder Wolf mit zeitgenössischen musikalischen und literarischen Formen zu ehren. An der CD haben neben Dan Wolf Hamburger Musiker unterschiedlicher populärer Stilrichtungen mitgewirkt.  Entsprechend vielfarbig sind die 22 Interpretationen und Adaptionen von alten Gebrüder Wolf Hits: HipHop, Folk, Neo-Neue Deutsche Welle, Rock, Soundcollagen, alles dabei.

 

Klangbeispiel (bei Amazon.de): 
Dan Wolf: Tuedelbomb

 

Notenbuch.de


Hier können Sie einen Blick in einige Kapitel des Buches werfen.


aktualisiert am 15. Februar 2009