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Lieder als Zeitansage
- liturgische Songs im "neuen" Evangelischen Gesangbuch -


© für das Manuskript bei Heinz-Peter Katlewski, 1996. 


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für WDR Radio 5 "Religion und Gesellschaft"
Donnerstag, 21. November 1996, 17:05 - 17:30 Uhr

Musik-O-Ton 1 (Liederworkshop Altenberger Ökumenischer Kirchentag):

((ab Wiederholung Zwischenspiel, Gesang))

„Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede. Ehre sei Gott auf der Erde...“

((Gesang dem folgenden O-Ton unterlegen))

O-Ton 1 (Pfarrer Uwe Seidel)
Und zum anderen möchte ich gerne die Gemeinde zum Singen bringen und nicht nur, dass eine Orgel spielt oder auch eine Band spielt, sondern sie sollen den Mund aufmachen. Wir tun den Mund auf zum Lobe Gottes, aber auch öffnen wir unseren Mund für die Stummen und für die, denen das Lied schon auf den Lippen erstorben ist.

((Musik-O-Ton 1 hochziehen mit „Frieden auf Erden“ , Zwischenspiel in Moderation rausziehen))

Ein junges Lied. Es ist noch nicht einmal 20 Jahre alt: Lied Nummer 673 im EG, im neuen Evangelischen Gesangbuch der Westdeutschen Landeskirchen. Ein Ausschnitt aus dem neuen Liedrepertoire wird am Samstag, den 30. November von 14 - 17 Uhr in einem Liederfest vorgestellt - in der Essener GRUGA-Halle. Die Rückwand der Bühne wird ein Plakat schmücken, das auf einem weinroten Hintergrund die Umrisse der Rheinischen Landeskirche abbildet, zusammengesetzt aus einer Collage von weißen Liedblättern. Darauf prangt das Motto „Mach den Mund auf. Sing mit!“ Uwe Seidel*), Pfarrer in Köln-Klettenberg, wird die Veranstaltung moderieren.

O-Ton 2 (Pfarrer Uwe Seidel)
Zunächst passiert natürlich, dass wir mit Bläsern, Kinderchören, Chören und dem versammelten Volke Gottes singen. Und wir werden so das Spektrum alter und neuer Lieder öffnen.

Neben vielen vertrauten Choralmelodien wird es dort auch welche geben, die im normalen Gottesdienst selten vorkommen. Das neue Evangelische Gesangbuch möchte für alle Gelegenheiten der Gemeindearbeit Lieder zur Verfügung stellen. Zum Beispiel diesen Kanon. Lied Nummer 611 im EG:

((dem Text ab „Kanon“ unterlegen, dann hochziehen))

CD 1 (19/ 0:56-1:10) 

„Der Himmel geht über allen auf“,
auf: AVE EVA oder der Fall Maria 
Peter Janssens Musik Verlag 
CD 1015/15, LC 4679

((in die Moderation rausziehen))

Seit den sechziger Jahren ist die Gesangskultur in den Gemeinden vielfältiger geworden. Jugendgruppen, Familiengottesdienste, Kirchentage und ökumenische Begegnungen haben ihren Teil dazu beigetragen. Vieles, was bei diesen Gelegenheiten schon auf einzelnen Liedblättern ausgeteilt wurde, ist nun offizielles evangelisches Liedgut. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Kölner Kirchenmusiker, Ulrich Cyganek:

O-Ton 3 (Kantor Ulrich Cyganek)
Nicht nur, dass man also jetzt neuere Lieder hat, die man ja auch seit dreißig Jahren singt und versucht entsprechend zu begleiten, sich nicht nur der Orgel zu bedienen, sondern auch Schlagzeug, ne Band, ne Combo, Keyboard, alles, was sozusagen den heutigen Musikbetrieb ausmacht, und der ist auch bei uns vor der Kirchentür nicht stehen geblieben. Das neue geistliche Lied, die Spirituals, ökumenische Lieder, Singsprüche, Kanons, also alles, was man so landauf, landab unter Singen versteht über den Choral hinaus hat Einzug gefunden in das neue Gesangbuch. ((blenden))

 

((dem Rest des O-Tons kurz unterlegen, ein Stück vor(!) dem Liedtext hochziehen))

CD 2 (5/ 0:12 - 0:33) 

„Ich will dir danken, Herr“,
auf: Ich lobe meinen Gott - Lieder aus dem Evang. Kirchengesangbuch
Pop Intel Medien GmbH+Gesangbuchverlag Stuttgart,
ohne Industrie-Nr.+LC

((in die Moderation rausziehen))

Lied 291 im Stammteil des Evangelischen Gesangbuches. Auf den haben sich alle Evangelischen Landeskirchen in Deutschland und Österreich geeinigt. 535 Lieder gehören dazu. Die meisten der neun Regionalausgaben wurden aber durch ein landeskirchliches Repertoire ergänzt. 160 Lieder sind es allein bei den westdeutschen Landeskirchen. Mehr als die Hälfte davon sind aus der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. Gisela Vogel, Oberkirchenrätin bei der Evangelischen Kirche im Rheinland, kann das erklären:

O-Ton 4 (OKR Gisela Vogel)
Das hängt damit zusammen, dass jede Kirche, oder in diesem Fall bei uns, die Kirchengemeinschaft ja auch eine bestimmte Prägung hat. Und in unserem Bereich ist es so, dass wir beispielsweise reformierte Gemeinden haben in einem vielleicht größeren Maß als das in anderen mehr lutherisch geprägten Kirchen der Fall ist. Das führte dazu, dass wir darauf achten müssen, dass in diesem, unserem Gesangbuch auch mehr Psalmen sind, weil die Gemeinden sie brauchen. Hinzu kommt aber, dass wir ja einen so umfangreichen Stellungnahmeprozess gehabt haben, der uns deutlich gemacht hat, dass auch durch das Beiheft und auch andere Lieder aus dem Raum unserer Kirche hier ein, ja gewisser Traditionsbestand schon auch von neuerem Liedgut da ist, auf den die Gemeinden nicht mehr verzichten wollen.

CD 3 (16/ 0:30)

„Laudato si“,
auf: Ein neues Lied - Lieder aus dem Evang. Kirchengesangbuch
Klassik Intel Medien GmbH+Gesangbuchverlag Stuttgart
ohne Industrie-Nr.+LC

((in die Moderation rausziehen))

Lied Nr. 515. Dichter und Komponist sind unbekannt. Zuerst war es in der katholischen Jugend populär. Dann wurde es ein Hit in den Evangelischen Jungen Gemeinden. Jetzt steht es im Evangelischen Gesangbuch. Moderne Melodien, zeitgemäße Ausdrucksformen, aber auch aktuelle theologische Fragen - etwa nach der Bewahrung der Schöpfung - prägen diese neuen Gemeindelieder. Für Uwe Seidel repräsentieren sie ein Stück zeitgenössische Reformation: Erneuerung.

O-Ton 5 (Pfarrer Uwe Seidel)
In der Reformation haben die Menschen Lieder gesungen, die in ihre Zeit hineinpassten. Sie habe ihre Proteste so formuliert, auch ihr Lob Gottes so formuliert, dass es in die Zeit hineinpasste. Und die Lieder, die wir heute singen, also die modernen oder neuen geistlichen Lieder sind in gewisser Weise auch eine Zeitansage. Ich muss meinen Verstand nicht an der Garderobe abgeben aber auch nicht meine Gefühle.

 


*) Pfarrer Uwe Seidel starb am 19. Dezember 2007 im Alter von 70 Jahren. Dem "Kirchentagspfarrer" widmete die Evangelische Kirche in Deutschland einen ausführlichen Nachruf.


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